Ist Älterwerden ein zwangsläufiger Vorgang oder

haben wir selbst darauf maßgeblichen Einfluss? Diese Frage stelle ich mir schon lange. Ich kenne auf der einen Seite tolle, lebendige, lustige, interessante und interessierte Frauen, die mir alterslos vorkommen. Andererseits erlebe ich beruflich und im Bekanntenkreis Frauen, die an Jahren gleich alt wie ich oder jünger schon so eine Ausstrahlung von *das kann ich nicht mehr* haben.

Und zwar egal, ob es um das Heben von schwereren Gegenständen als der kleinen Handtasche, das nächtliche Autofahren, das Essen nach achtzehn Uhr oder den Genuss von Alkohol geht. Ich las neulich ein sehr interessantes Buch, nämlich „Frauen nach der Paarungszeit“ von Vera Sandberg mit dem verheißungsvollen Untertitel „warum wir jetzt soviel wollen und Männer sowenig bieten“ – eine Leseprobe gibt es hier.

Die Autorin vertritt die These, der ich mittlerweile auch anhänge, dass es sehr wohl viel mit der eigenen Einstellung zu tun hat, wie alt man sich fühlt und wie alt man wirkt. Klar, der Alterungsprozess als solcher ist unumkehrbar und im Übrigen ja auch gar nicht zu beanstanden, da kann ich nur mit Ina Müller gröhlen „nie wieder achtzehn sein, so niedlich, klein und dumm“. Außerdem werden nur die nicht alt, die jung sterben, und das will ja wohl auch niemand mit Verstand und ohne behandlungsbedürftige Depression.

Aber ob wir lebendig, humorvoll und spontan wirken oder eben ältlich-beschränkt in unserer Lebensweise, das entscheiden wir immer noch selbst. Wir bestimmen selbst, wie wir aussehen, wie wir uns kleiden, herrichten und benehmen. Ich komme aus einer Familie, in der man sich darum schlägt, wer den Koffer tragen darf, das ist vielleicht auch nicht ganz normal, hält mich aber davon ab, mich für körperlich beeinträchtigt zu halten. Ich schleppe alles hin und her, packe regelmäßig das Familienauto für den Urlaub, springe in der Biotonne auf und ab, damit mehr reinpasst, und trage im Skiurlaub neben meiner Ausrüstung auch gerne noch die meiner kleinen Tochter. Und es macht mir wirklich nichts aus.

Allerdings mache ich auch viel Sport, unter anderem Krafttraining und bin wirklich ziemlich stark. Jedenfalls habe ich die Anregungen von Vera Sandberg sofort umgesetzt und beschlossen, dass mir nächtliches Autofahren nichts mehr ausmacht und siehe da, ich bin in einem Rutsch 840 km aus Österreich nach Hause gefahren, den größten Teil der Strecke im Dunklen und was soll ich sagen? Es hat mich noch nicht mal besonders angestrengt. Das Bewußtsein bestimmt das Sein, das sollten gerade wir Frauen über vierzig nicht vergessen!

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