Dieser Winter zeigt mal wieder so richtig…

…wie es nicht geht.  Ich bin verblüfft, dass der nahezu totale Zusammenbruch von dem öffentlichen Fern- und Nahverkehr doch noch so relativ klaglos hingenommen wird. Das sollte sich mal eine Privatfirma erlauben, so nach dem Motto „Tut mir leid, der Supermarkt bleibt heute geschlossen, wegen des Wetters ist überhaupt keine Ware gekommen, außerdem hat das Telefon gestern nicht funktioniert, also konnte ich auch nichts nachbestellen, hahaha, dafür haben Sie doch sicher Verständnis, das sind die ganz normalen Probleme, jaja, kommen Sie nächsten Monat wieder, dann kann ich Ihnen auch mal wieder etwas zum Essen verkaufen, bis dahin machen Sie halt mal Diät, ist ja eh gesünder“.

Nichts anderes hat die Bahn von sich gegeben, als sie den Fahrgästen vor Weihnachten riet, doch besser zu Hause zu bleiben. Nachdem die Fluggesellschaften ihre Kunden schon aufgefordert hatten, lieber mit der Bahn zu fahren. Weil der Flughafen Frankfurt ebenso wie London Heathrow nicht über die notwendige Infrastruktur verfügte, um den Schnee abzufahren. Weil der Flughafen Berlin-Tegel nicht hinreichend Enteisungsmittel vorrätig hatte, so dass von Donnerstagabend bis Freitagmittag niemand starten konnte. Wir in Berlin sind ja ohnehin schon abgehärtet, denn die S-Bahn hat seit mehr als achtzehn Monate nur die Hälfte der notwendigen Wagen am Start. Anderthalb Jahre sind ja auch nicht genug Zeit, um ein Problem zu lösen… Nein, im Gegenteil wird es immer schlimmer, zwischendurch gab es einen Not-Notfahrplan und ganze Stadtteile und Orte im Umland waren einfach abgehängt.

Da beruhigt es mich doch, dass es auch Gewerbezweige gibt, die aufgrund ihres ungewöhnlichen Einsatzes von der Witterung gänzlich unbeeinträchtigt bleiben: Eine Woche vor Weihnachten, als es nachts wieder mal zwanzig Zentimeter geschneit hatte, war das Auto aufgebrochen und ausgeweidet. Die Beamten sprachen von polnischen Banden, die auf Bestellung Ersatzteile „besorgen“, aber eben nicht im Einzelhandel. Da sagt auch keiner zu seinem Chef „Och nöö, Chef, es ist so kalt, dann stehe ich bei dem Schnee wieder ewig auf der Autobahn im Stau und friere mir dann beim Bruch die Finger ab, das mag ich nicht, lass uns warten, bis es wärmer wird“, nein, da wird gearbeitet, Wetter hin, Wetter her. Eine Einstellung, von der sich die Unternehmen des öffentlichen Verkehrs mal eine Scheibe abschneiden sollten!

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