Das Salz des Lebens oder

was ist es, das uns glücklich macht? Ich meine diese Sahnehäubchen, mehr als die auch noch nach Jahrzehnten funktionierende Beziehung, der erfüllende Beruf und die geliebten Kinder. Die uns strahlen lassen, unabhängig vom Wetter und den sonstigen Umständen. Die uns für ein paar Stunden oder Tage das Gefühl geben, dass es sich lohnt, dass es schön ist zu leben.

Meiner Erfahrung nach sind das ganz selten Dinge, Neuerwerbungen oder Geschenke. Klar freue ich mich über einen schönen Rock, coole Schuhe oder einen passenden Lippenstift. Aber das löst nicht dieses Glücksgefühl aus und taucht den ganzen Tag in eine andere Farbe.

Nein, dieses Gefühl kommt in der Regel durch den gelungenen Kontakt mit Menschen, etwa einen interessanten Abend mit Freunden, ein unverhofft intim-interessantes Telefonat mit einer Freundin, einen überraschenden Austausch mit einem bis dato nahezu unbekannten Kollegen. Auch mein Garten macht mich tief glücklich, wenn ich in ihm herumfussele oder wenn ein Beet sich überraschend schön oder vielleicht auch genauso entwickelt, wie ich es mir vorgestellt habe, als ich die Pflanzen setzte.

Die Natur überhaupt kann glücklich machen – ich liebe meine wöchentliche Laufrunde am Kanal und erlebe intensiv die Jahreszeiten mit ihrem wechselnden Bild, den unterschiedlichen Gerüchen und Farben. Wunderbar auch, wenn ich etwas schaffe, das ich mir lange vorgenommen habe, ob es nun der Kopfstand beim Yoga ist oder die längere Laufrunde locker durchzuhalten.

Nicht zu vergessen das besondere Buch, das uns im Innersten berührt und das Gefühl gibt, dass andere Menschen ebenso denken wie wir oder eben ganz anders, aber uns trotzdem nah sind. Musik, die meine Stimmung trifft oder mich aus einer Missstimmung herausreißt. Das Lachen eines anderen Menschen im Vorbeigehen, eine unverhoffte Freundlichkeit von Fremden, ein schöner Anblick in der Stadt. Gemeinsam ist all diesen Dingen, dass sie Geschenke sind und uns unverhofft begegnen, dass wir sie kaum beeinflussen können. Aber offen sein können wir dafür – also Augen auf, auf dass wir nicht das Glück in den kleinen und großen Dingen übersehen!

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