Ich mag Frauen wirklich sehr, aber sogar

ich muss zugeben, dass auch Frauen manchmal nicht nett sind. Und mir schrecklich auf die Nerven gehen. Dies gilt besonders für zwei Unterarten, nämlich die gefürchtete Profi-Mutter und die lässige Noproblem-Singlefrau.

Erstere macht mich schon mit ihrer aufgesetzten Fröhlichkeit: morgens um 07.20 Uhr vor der Schule „Hallihallo, ihr beiden, na, da ist ja jemand noch müde, warum denn, ich bin schon seit 5 Uhr auf und schnippele das Obst für den Gesundtag in unserer Klasse, naja, macht nichts, ich war sowieso erst um zwei Uhr morgens mit dem Auswaschen der Schulranzen fertig und dann mussten die ja auch noch trocken geföhnt werden… wie machst du denn das?…Gar nicht?!? Naja, du musst ja wissen, was du machst. Mich würde das ja stören, wenn die so dreckig sind…Hast du schon gelesen, wir sollen uns melden zum Kostümnähen für die Klassenaufführung, ich habe da schon so tolle Ideen für Gemüsekostüme, Karotten, Kohlrabi und so, was denkst du? Ach, ich liebe diese Aufführungen, ich mache immer hinter der Bühne mit, damit ich alle Vorstellungen sehen kann.

Unnötig zu erwähnen, dass ich nach der Unterhaltung völlig erledigt bin, oder? Zumal ich den Gesundtag in unserer Klasse schon drei mal vergessen habe, die Schulranzen NIE auswasche, sondern einfach alle paar Jahre einen neuen kaufe, bei dem Gedanken an kollektives Kostümnähen Ausschlag bekomme und Klassenaufführungen auf meiner persönlichen Hitliste direkt hinter Wurzelbehandlungen rangieren. Also komme ich mir gegenüber dieser trällernden blondgesträhnten Pferdeschwanzmutter immer wie ein Gefäß mit schillernder giftgrüner Galle vor. Und wie eine ungenügende Mutter. Was sie zweifelsohne ja auch mit ihrem Verhalten erreichen will.

Nicht viel besser ist die ultraentspannte Singlefrau. Nicht dass wir uns missverstehen, sie ist nicht entspannt in Bezug auf ihren Singlestatus oder ihre Karriere oder auch nur die Passform ihrer Jeans, aber in Bezug auf die Pflichten und Probleme, die meine Mutterschaft mit sich bringt. Sie schlägt vor, doch endlich mal ein Wellnesswochenende zu machen, das hätten wir ja schon seit Jahren vor. Stimmt, aber wohin mit den drei Kindern? Und diese Party da, so was Tolles, wir könnten da im Hotel übernachten, damit wir auch mal wieder richtig feiern können. Wäre nett, aber mit einem Säugling? Wieso, der könne doch prima im Nebenzimmer schlafen, sie würde das nicht stören. Na gut. Aufstehen muss aber leider ich, und ich muss auch während der Party ständig mit einem Ohr an der Tür zum Schlafzimmer stehen, nicht zu reden davon, dass ich auch nichts trinken darf, was den Spaß am Feiern erheblich dezimiert.

Dass ich auch weder mal eben schnell nach Sylt fliegen noch mit ihr vier Wochen durch die Sahara wandern wollte, wird mit der Äußerung quittiert: Also, früher warst du nicht so spießig. Ja, das stimmt zweifelsohne, aber da war ich eben auch noch nicht Mutter. Wenn auch bis heut noch nicht Profi-Mutter (siehe oben). Anscheinend kann ich es niemandem recht machen.

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