Ich bin ja sonst ein eher nüchterner Mensch…

…behaupten jedenfalls die, die es eigentlich wissen müssten, sprich der Mann, mit dem ich lebe, und meine Freundinnen. ABER wenn der erste Advent näher rückt, werde ich kribbelig. Nein, nein, keine Missverständnisse, ich hasse diese ab September im Supermarkt auftauchenden Kekse und Weihnachtsmänner. Wenn es hingegen um selbstgebackene Köstlichkeiten und selbst zusammengestellte Deko geht, hält mich nichts mehr. Was soll einen auch aufrecht halten in dieser Zeit, in der ich in der Regel im Dunklen zur Arbeit fahre und im Dunklen wieder herauskomme, meine Stadt ohnehin nur grau in grau ist und wir über das Wetter gar nicht nachdenken, geschweige denn sprechen sollten.

Ich fiebere der Brigitte mit dem Sonderheft Weihnachtskekse entgegen, denn ich backe jedes Jahr acht Sorten, jedes Jahr fliegt nach Familienabstimmung eine aus dem Sortiment, eine neue aus dem neuen Heft kommt dazu und es wird wieder abgestimmt. Ich habe eine word-Datei mit den notwendigen Zutaten in Tabellenform, die muss Mitte November aktualisiert werden.

Und der Adventskranz… Auch hier sind Entscheidungen zu fällen: Welche Farbe, welche Kerzen, welche Deko? Dieses Jahr war es besonders herausfordernd, weil wir unser Wohnzimmer neu eingerichtet haben und daher die bisherige blausilbern dominierte Deko gar nicht mehr passte.

Pünktlich zum ersten Advent ist der Kranz dekoriert, die Kekse sind gebacken (neu sind die Lebkuchen aus dem neuen Brigitte-Heft, ein Traum, auch wenn die Backtemperatur um 20 Grad zu niedrig angegeben war), und ich bin glücklich. Muss ich zugeben. Die kleinen Minimobiles mit Elchen und Engeln drehen sich klingelnd, die silbernen Teelichthalter werfen Tannenbaum- und Sternschatten an die Wände, die Duftlampe ist mit Nelke, Orange und Zimt beschickt und die Kekse duften. Und die Christmas-Pop Vol.2 von Tchibo läuft „last christmas I gave you my heart“… Perfekt!

Und so freue ich mich den ganzen Dezember darauf, nach Hause zu kommen, die kleinen Lichterketten anzumachen, die Kerzen und Teelichter anzuzünden und mich mit einem Pfeffernusstee auf das Sofa zu kuscheln – mal ehrlich, wie würde man sonst diesen Monat überleben, bis es wieder heller wird?

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