Drei Dinge braucht eine Frau in Frühling, Sommer und Herbst, um glücklich zu sein, und sie fangen alle mit einem „G“ an …

.. nämlich einen Garten zum Pflegen, einen Garten zum Anschauen und einen Garten zum Ausruhen. Es ist faszinierend, wie viele Frauen Ende ihrer Dreißiger, Anfang ihrer Vierziger anfangen, sich für den Garten zu begeistern. Das zeigt sich darin, dass sie entweder den Gärtner entlassen und anfangen, alles selbst zu machen, oder den pflegeleichten Rasenflächengarten in eine zauberhaft verwunschene Blumenwelt verwandeln.

Das ging nicht nur mir so, nein, auch vielen meiner Freundinnen. Plötzlich wurden keine Ratgeber zu den Beziehungen oder Kochbücher mehr gewälzt, sondern Gartenstandardwerke, die Kataloge auf dem Couchtisch enthielten weder Schmuck noch Kleidung, sondern Samen, Pflanzen und Accessoires – für den Garten. Ganz vorne auf der Beliebheitsskala finden sich die heiß geliebten und wunderbaren Gartenhandschuhe von manufactum.de aus Waschleder mit langen Stulpen – einfach jeden Cent wert, denn ich habe keine zerkratzten Arme mehr, wenn es mal zur Sache geht.

Und die Stirn wurde rücksichtslos gefurcht bei der Rechnung, ob wohl zwei-, drei- oder doch besser vierhundert Tulpenzwiebeln ausgebracht werden sollen. Vierhundert ist richtig, ist doch klar, oder?? Oder kann es zu viele blühende Tulpen in einem Frühlingsgarten geben?. Mit der gleichen Begeisterung, mit der wir hinter der richtigen Handtasche, dem neuesten Duft, der einzig passenden Strumpfhose, dem neuen Wintermantel und dem perfekten Lippenstift zu diesem Kleid hinterher gejagt sind, vergleichen wir nun Annabelle und Grandiflora (das sind Hortensiensorten, was denn sonst?), suchen Sonnenhut in pink sowie Schafgarbe in terracotta und Luzela (ein unverwüstliches Waldgras, das sich überdies teilen und verteilen lässt).

Das Glück, dass ich beim Wühlen in der Erde fühle, der Eifer, mit dem ich ausgrabe, teile, pflanze und dünge, die tiefe Befriedigung, wenn es annähernd so wird, wie ich es mir vorgestellt habe – das lässt sich nur mit einer tiefen Freude am Leben, am Werden und Entstehen erklären.

Und wenn dann die Töpfe bepflanzt, die Stauden vereinzelt, der Rasen (jaja, ein bisschen gibt es noch, schließlich müssen die anderen Familienmitglieder irgendwo hintreten im Garten) vertikutiert und gedüngt ist, dann sinke ich in meine Hängematte oder einen komfortabel gepolsterten Gartenstuhl und blicke mich um mit der Freude der Schöpferin, die wohl getan hat. Und diese Freude hält bis in den tiefen Herbst an – es ist kaum zu glauben, aber meine Rosen blühen noch, während ich dies schreibe!

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